Die Entwicklung des persönlichen Computings: von Großrechnern zu Smartphones
3 Min. LesezeitComputerwissen
Vor achtzig Jahren füllte ein Computer einen ganzen Saal. Heute steckt ein Vielfaches seiner Rechenleistung in jeder Hosentasche. Ein Streifzug durch die Etappen, die das möglich gemacht haben.
Relais und Röhren
Als erster funktionsfähiger, frei programmierbarer und vollautomatischer Digitalrechner gilt die Z3, die Konrad Zuse 1941 in Berlin fertigstellte. Sie arbeitete mit rund 2.000 elektromechanischen Relais – Schaltern, die hörbar klackten. Das Original wurde im Krieg zerstört; ein Nachbau steht heute im Deutschen Museum in München.

In den USA entstand zur selben Zeit der ENIAC, der 1946 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er nutzte rund 17.000 Elektronenröhren, wog etwa 27 Tonnen und musste für jede neue Aufgabe mühsam umgesteckt werden. Programmiert wurde er maßgeblich von einem Team von Frauen, deren Arbeit lange kaum gewürdigt wurde.

Die Ära der Großrechner
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden Computer zu Werkzeugen von Unternehmen, Behörden und Universitäten. Ein Meilenstein war die 1964 vorgestellte Familie IBM System/360: verschieden große Modelle, die dieselben Programme ausführen konnten. Wer wuchs, musste nicht mehr alle Software neu schreiben. Genutzt wurden Großrechner über Lochkarten und später über Terminals; mit dem Time-Sharing teilten sich viele Nutzer gleichzeitig einen Rechner.

Der Mikroprozessor verändert alles
1971 brachte Intel mit dem 4004 einen kompletten Prozessor auf einem einzigen Chip heraus. Damit wurden Computer klein und billig genug für Einzelne. 1975 erschien der Bausatzrechner Altair 8800, 1977 folgten Fertiggeräte wie der Apple II. In Europa prägten Heimcomputer wie der 1982 vorgestellte Commodore 64 eine ganze Generation, die mit BASIC ihre ersten Programme schrieb.
Der IBM PC und seine Nachbauten
Im August 1981 stellte IBM den Personal Computer 5150 vor. Weil er aus frei erhältlichen Bauteilen bestand und die Schnittstellen offen dokumentiert waren, konnten andere Hersteller kompatible Geräte bauen. Diese Nachbauten machten den „PC“ zum Standard; das Betriebssystem MS-DOS und später Windows verbreiteten sich mit ihm.

Maus, Fenster und Netz
Mit dem Apple Macintosh kam 1984 die grafische Oberfläche mit Maus in die breite Öffentlichkeit, Windows zog nach. Ende der 1980er-Jahre schlug Tim Berners-Lee am CERN das World Wide Web vor, Anfang der 1990er-Jahre ging es online. Der PC wurde vom Arbeitsgerät zum Fenster in ein weltweites Netz. Parallel wuchs die Rolle freier Software, etwa mit Linux (siehe Betriebssysteme im Vergleich).
Der Computer in der Hosentasche
2007 stellte Apple das iPhone vor, 2008 kam das erste Android-Smartphone auf den Markt. Mit Touchscreen, mobilem Internet und App-Stores wurde das Telefon zum meistgenutzten Computer überhaupt. Viele Menschen besitzen heute gar keinen klassischen PC mehr, sondern erledigen alles am Smartphone.

Und heute?
Die Entwicklung verläuft in zwei Richtungen zugleich: Geräte werden kleiner und persönlicher, während große Teile der Rechenarbeit in Rechenzentren wandern – mehr dazu im Beitrag über Cloud Computing. Mit künstlicher Intelligenz und Quantencomputern zeichnen sich die nächsten Umbrüche ab. Details zur Z3 finden sich im Wikipedia-Artikel.